Überblick
Die Skala für dissoziative Erfahrungen II (DES-II) ist ein Selbstbericht-Fragebogen, der entwickelt wurde, um dissoziative Erfahrungen bei Individuen zu messen. Sie wird sowohl in klinischen als auch in Forschungsumgebungen weit verbreitet eingesetzt, um dissoziative Symptome in verschiedenen Populationen zu bewerten. Die DES-II ist eine überarbeitete Version der ursprünglichen Skala für dissoziative Erfahrungen (DES), die 1986 von Eve Carlson und Frank Putnam entwickelt wurde. Sie dient als Screening-Tool für dissoziative Störungen, wie die dissoziative Identitätsstörung (DID) und die dissoziative Amnesie, und hilft bei der Diagnose und dem Verständnis dieser Zustände.Struktur und Inhalt
Die DES-II besteht aus 28 Items, die verschiedene Arten von dissoziativen Erfahrungen beschreiben. Diese Erfahrungen reichen von normaler Dissoziation, wie Tagträumen, bis hin zu schwereren Formen, wie Zeitverlust oder veränderten Wahrnehmungen der eigenen Identität. Die Befragten geben den Prozentsatz der Zeit an, in der sie jedes dissoziative Symptom auf einer visuellen Analogskala von 0% (nie) bis 100% (immer) erleben.
Anwendungen
- Klinische Nutzung: Die DES-II wird von Kliniker*innen verwendet, um Individuen zu identifizieren, die möglicherweise an dissoziativen Störungen leiden, und um die Schwere der dissoziativen Symptome im Laufe der Zeit zu überwachen. Sie wird häufig in Verbindung mit anderen diagnostischen Werkzeugen und klinischen Interviews eingesetzt.
- Forschungsnutzung: Forscher*innen nutzen die DES-II, um die Prävalenz und Merkmale dissoziativer Erfahrungen in verschiedenen Populationen zu untersuchen, einschließlich solcher mit Trauma-Historien, psychiatrischen Erkrankungen und in der Allgemeinbevölkerung.
Psychometrische Eigenschaften
Die DES-II hat starke psychometrische Eigenschaften gezeigt, die sie zu einem zuverlässigen und gültigen Instrument zur Bewertung dissoziativer Erfahrungen machen.
Zuverlässigkeit- Interne Konsistenz: Die DES-II weist eine hohe interne Konsistenz auf, wobei die Cronbachs Alpha-Koeffizienten typischerweise zwischen 0,90 und 0,95 liegen, was darauf hinweist, dass die Items ein gemeinsames zugrunde liegendes Konstrukt messen.
- Test-Retest-Zuverlässigkeit: Die Skala hat eine gute Test-Retest-Zuverlässigkeit gezeigt, was darauf hindeutet, dass sie über die Zeit stabile und konsistente Ergebnisse liefert.
Validität- Konstruktvalidität: Die DES-II wurde gegen andere Maße der Dissoziation und verwandte Konstrukte validiert und zeigt eine starke Konstruktvalidität. Faktorenanalysen haben die Fähigkeit der Skala unterstützt, verschiedene Aspekte dissoziativer Erfahrungen zu messen.
- Kriteriumsvalidität: Die DES-II korreliert gut mit klinischen Diagnosen von dissoziativen Störungen, was darauf hinweist, dass sie effektiv zwischen Individuen mit und ohne dissoziative Zustände unterscheidet.
Vorteile
Die DES-II bietet mehrere Vorteile sowohl für Kliniker*innen als auch für Forscher*innen:- Benutzerfreundlichkeit: Die Skala ist einfach zu administrieren und zu bewerten, was sie in verschiedenen Umgebungen zugänglich macht.
- Umfassende Bewertung: Die DES-II deckt ein breites Spektrum dissoziativer Erfahrungen ab und bietet eine gründliche Bewertung dissoziativer Symptome.
- Forschungs- und klinische Nützlichkeit: Die Skala ist sowohl für die Forschung als auch für die klinische Praxis wertvoll und unterstützt die Identifizierung, Diagnose und Überwachung dissoziativer Störungen.
Fazit
Die Skala für dissoziative Erfahrungen II (DES-II) ist ein wichtiges Instrument zur Bewertung dissoziativer Erfahrungen. Ihre starken psychometrischen Eigenschaften, Benutzerfreundlichkeit und Anwendbarkeit in verschiedenen Umgebungen machen sie zu einer unschätzbaren Ressource für Kliniker*innen und Forscher*innen. Durch die Bereitstellung einer umfassenden Bewertung dissoziativer Symptome trägt die DES-II zu einem besseren Verständnis und Management von dissoziativen Störungen bei. - Kriteriumsvalidität: Die DES-II korreliert gut mit klinischen Diagnosen von dissoziativen Störungen, was darauf hinweist, dass sie effektiv zwischen Individuen mit und ohne dissoziative Zustände unterscheidet.
- Forschungsnutzung: Forscher*innen nutzen die DES-II, um die Prävalenz und Merkmale dissoziativer Erfahrungen in verschiedenen Populationen zu untersuchen, einschließlich solcher mit Trauma-Historien, psychiatrischen Erkrankungen und in der Allgemeinbevölkerung.
Häufig gestellte Fragen
Was misst die DES-II?
Die DES-II ist eine 28-Item-Skala zur Erfassung dissoziativer Erfahrungen im Alltag.
Für wen ist sie besonders relevant?
Sie wird häufig bei Erwachsenen mit Belastungs- oder Traumaerfahrungen als Screening eingesetzt.
Was bedeutet ein höherer Wert?
Ein höherer Mittelwert spricht für stärkere oder häufigere dissoziative Symptome und kann weitere Diagnostik nahelegen.
Kann die DES-II eine Diagnose ersetzen?
Nein. Die DES-II ist ein Screeninginstrument und keine eigenständige Diagnose.
Referenzen
Bernstein EM, Putnam FW (1986). "Entwicklung, Zuverlässigkeit und Validität einer Dissoziationsskala". J. Nerv. Ment. Dis. 174 (12): 727–35.
Frischholz, E.J. et al. Die Skala für dissoziative Erfahrungen: weitere Replikation und Validierung. Dissociation, Vol. III, September 1990.
Carlson, E.B. & Putnam, F.W. (1993). Ein Update zur Skala für dissoziative Erfahrungen. Dissociation 6(1), S. 16-27.